„Tango Transit“ in der Seidl-Villa: Tango rocks, Gänsehaut!

von Michael Wüst

Foto Tango Transit

Nicht jeder, der den Tango spielt, hat den Tango. Aber die schon: Tango Transit. Foto: Michael Wüst

Neben dem Blues müsste der Tango eigentlich gleichberechtigt dastehen als essentielle, eigenständige Musikentdeckung des 20. Jahrhunderts. Wie mit dem Blues entstehen mit dem Tango neue Formen, Crossovers, Cluster, Fusions. Aber ein Unterschied ist zentral: Der Blues kommt vom Work Song und der Tango ist Tanz, auch als Tango Nuevo oder Jazz Tango. „Tango Transit“ mit Martin Wagner (Akkordeon), Hanns Höhn (Kontrabass) und Andreas Neubauer (Schlagzeug), zeigte in der Seidl-Villa hinreißend, wie bindungsfähig an verschiedenste andere Stile anderer Regionen diese Musik ist.
Die drei spielten alles Mögliche mit einem absoluten Tango-Feeling. Kurz gesagt, sie hatten den Tango. Und den hat bekannter Weise nicht jeder, der nur Tango spielt.
Eine gute Portion Cajun-Muddy Water aus den Everglades schwappte beim ersten Song auf die Bühne. „Busy Waiting“ kam funky, scharf und fett wie eine feine Alligator-Suppe auf den Tisch des eher dezenten Hauses. Für den funky Groove sorgten alle, wie sie sich überhaupt den ganzen Abend alle drei auf Augenhöhe einer Erstklassigkeit befanden, und Andreas Neubauer zeigte im ersten Schlagzeugsolo, dass er seinen Steve Gadd intus hat. weiter ?